Vorbereitung auf den Sommertörn

Am Donnerstag besuchen wir unser Morchen nochmal in der Halle, um ganz in Ruhe in alle Schränke und Schapps zu sehen, damit wir auch nichts vergessen haben.

Im Sommerlager

Im Sommerlager

Dann entlassen wir es endgültig in die Sommerferien. Daheim wird nun noch alles erledigt, was getan werden muss: Steuererklärung vorbereiten, alles zurechtlegen, was mit muss zur Ostsee, Wäsche waschen, Hemden glatt blasen, es gibt genug zu tun. Am Sonntagnachmittag verabschieden wir uns von den Eltern, der Montag ist für’s Einpacken reserviert. Dann ist das Auto voll und parat zur Abfahrt am Dienstagmorgen um 5:30Uhr. Wir haben den Dienstag gewählt, weil es montags immer so voll auf der Autobahn ist, nun haben wir arge Zweifel, denn es gießt aus Kannen. Wäre der Montag die bessere Wahl gewesen? So super sind die ‚Schuhe’ unseres Grannys auch nicht mehr, wir müssen bedächtig fahren, es ist sehr anstrengend. Doch Petrus hat ein Einsehen, ab Hannover wird es trocken, der Regen hört auf. Gott sei dank! Wir kommen gut durch, schon um 9:30 Uhr rollen wir in Burgstaaken ein. Nun wollten wir uns ein schickes Brötchen im Café Kontor leisten, Fehlanzeige: geschlossen. Unser Mast liegt schon auf dem Platz vor dem Hafenbecken parat, also frisch mit nüchternem Magen ans Zusammenbauen gemacht.

Klar zum Zusammenbauen

Klar zum Zusammenbauen

Fertig

Fertig

2 Yachten werden vor uns eingewässert, dann wird die Pretty geholt. Ruckzuck ist sie ins Wasser gesetzt, alles ist dicht, die Gurte werden gelöst und der Mast in den Kran genommen. Mit 4 kräftigen Männern geht das Setzen problemlos und der Mast steht.

Mast setzen

Mast setzen

Der Motor läuft auch, doch unser ausgewählter Platz wurde leider inzwischen von einer kleinen Yacht beansprucht, also müssen wir auf der gegenüberliegenden Seite anlegen, wo es uns nicht so gefällt. Ich frage den Skipper der Yacht, ob sie dort über Nacht bleiben wollen? und werde blöd angemacht, was mich das angeht? Echter Segelkamerad, egal. Wir fahren mit dem Granny am Kai neben die Pretty und packen aus, dann geht’s nach H’hafen zum Segelmacher, unsere Segel aus dem Winterlager holen. Es wird eine kleine Odyssee, die Zufahrtsstraße ist gesperrt. Es kostet einige Runden bis wir einen Weg finden, um zur Straße ‚Thulboden‘ zu gelangen. Noch ein paar Sachen einkaufen und zurück über die Fehmarnsundbrücke. Nun ist noch Zeit, etwas einzuräumen und wegzupacken und wir ziehen in Erwägung, ganz zum Ende des Hafenbeckens zu fahren und dort anzulegen. Im Augenblick ist das noch nicht möglich, denn dort suchen gerade Taucher nach Stühlen, die Vandalen nachts ins Wasser geworfen haben. Wir bringen unser Auto in die Weilandtsche Halle für die Nacht und endlich wird der Platz vor dem kleinen Fischkutter frei; wir legen um und auch die Sonne kommt dazu. Nun ist es so windstill, dass wir sogar noch das Großsegel anschlagen können, wir sehen einer ruhigen ersten Nacht an Bord entgegen. Viel haben wir heute geschafft: 430km her gefahren, Pretty ins Wasser, Mast zusammengebaut und gesetzt, aus-und eingepackt, Segel abgeholt und Groß angeschlagen, ein arbeitsreicher Tag. Alles hat geklappt, es war, bis auf ein bisschen Niesel, trocken, windstill und mild. Da kann man doch zufrieden in die Koje krabbeln und selig schlummern. Am Mittwochmorgen freuen wir uns auf ein leckeres Frühstück mit viel Kaffee an Bord und traben bei Regen und fiesem grau in grau zum Café Kontor, um Brötchen zu kaufen. Doch, wer lesen kann ist klar im Vorteil! Bei genauerer Studie der Schilder stellen wir fest, dass hier nur am Wochenende geöffnet wird. Also Auto holen und ab nach Burg, um Puckis zu kaufen. Dann endlich: erstes Frühstück auf der Pretty! Der Mittwoch wird wieder von Arbeit gekrönt: Fallen und Leinen einziehen, zum Cockpit führen, Kabel und elektrische Rollgenua anschließen, Großbaum und Niederholer anbauen, Vorsegel anschlagen, Tank klarmachen, Trinkwasser bunkern usw. Nach so viel Geracker sind wir der Meinung, dass wir uns mit einem leckeren Essen im Korfu belohnen sollten und lassen es uns gut schmecken. Am Donnerstag fahren wir rüber nach Burgtiefe, finden einen tollen Liegeplatz mit Seitensteg und machen gleich für eine Woche fest. Hier wollen wir in aller Ruhe das Schiff weiter aufrüsten und in Stand setzen, denn vieles ist im letzten Supersommer liegen geblieben. Da das Wetter weiterhin unbeständig und echt kühl bleibt, können wir uns die Zeit nehmen. Zu Fuß marschieren wir, am Binnensee entlang, rüber nach B’staaken, um den Granny zu holen, damit wir mobil sind. So steht einigen Einkaufstouren nichts mehr im Wege, denn die Liste zum Bunkern ist lang. Die Tage in B’tiefe vergehen geschwind, es gibt genug zu beobachten, seien es die zahlreichen Wasservögel mit Federn und auch ohne. Die Hafenkino Vorstellungen sind wie immer interessant, da viele Charterer den Hafen als ersten Anlaufspunkt nutzen und es recht windig ist. Die grüne Box neben uns wird von einer Männercrew angelaufen, die echt Probleme hat. Angelo steht Ihnen mit Rat und Tat bei, hilft wo er kann, auch um den gefährdeten Rumpf der Pretty zu schützen. Wie immer verstehen wir die Auswahl der Boxen meist nicht, anstatt weit in den Hafen zu fahren, wo es windgeschützt ist und eine passende Box zu wählen, quält sich der allgemeine Charterer ungeschützt im heftigen Wind in eine zu große Box. Das geht meist nicht gut. Eine nette Abwechslung bereiten uns Anja&Ulli, die uns am Sonntag aus Plön besuchen. Wir kennen die beiden aus La Marina, wo sie im Winter die Parzelle gegenüber bewohnen. Wir verbringen einen schönen Nachmittag zusammen und fahren später nach B’staaken, um im Gasthof Zum Goldenen Anker Fisch zu essen.

mit Ulli und Anja im goldenen Anker

mit Ulli und Anja im goldenen Anker

Leider regnet es heftig an diesem Sonntagnachmittag, was aber unsere gute Laune nicht trüben kann. Montag geht die Arbeit am Schiff weiter, leider bringt mich mein Kreuzbein-Darmbein Gelenk bei jeder Tätigkeit zum Jubeln und zwingt mich zur Muße. Muss ich durch. So langsam nimmt die Vorfreude auf den Sommertörn Fahrt auf, endlich am Freitagmorgen wollen wir ablegen und der Insel Fehmarn das Heck zeigen.

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