Zurück in Deutschland

Die spanischen Mautstellen sind moderner als die französischen und funktionieren auch besser. Auf der Weiterfahrt funktioniert eine Durchfahrtsstelle nicht und wir müssen rückwärts aus dem engen Loch wieder heraus, puh! Das nächste Loch hat kein Telepager Zeichen, ich zucke schon die Creditkarte, aber hier geht die Schranke auf. An der letzten französischen Mautstelle ist die Durchfahrt für uns, hohes Fahrzeug mit Telepager, links, bis hierher war sie immer rechts. In der Flut der Informationen sehen wir das erst als wir davor stehen. Zur Begeisterung der anderen Verkehrsteilnehmer müssen wir nun quer rüber fahren nach links, a gauche. War mir entfallen, dass das links heißt! Gut, dass wir das hinter uns haben. Es geht durch Täler und über Berge Richtung Elsaß, durch die Ardennen. Vorbei mit Frühling, hier sieht es aus wie in der Heimat, kahle Bäume grüßen. Es mischt sich Deutsches mit Französischem, alle Schilder zweisprachig. Wir fahren eine Strecke von 400 km, kaum sind wir 2 km auf der deutschen Autobahn, werden wir geblitzt, obwohl wir nicht zu schnell gefahren sind. Dürfte nichts kommen! Noch in der Diskussion darüber verpassen wir die Tankstelle, zack vorbei, und wir müssen tanken, weil wir in Frankreich nur wenig getankt haben, da der Diesel so teuer war. Mist! Wir hoffen, dass noch eine Tanke kommt, aber dem ist nicht so. Rauf und runter durch die engen Dörfer zeigt uns das Navi wieder einen Weg, den wir nicht nehmen wollen. Wir fahren weiter durch Bamlach, da wird der C’platz ‚Lug ins Land‘ schon ausgewiesen und wir sind angekommen, mit leerem Tank.

Blick runter zum Rhein

Blick runter zum Rhein

Hier in Baden-Württemberg bekommen wir nun eine Lektion über die Servicewüste Deutschland. Niemand an der Rezeption, ein Plan hängt aus, sucht euch selbst einen Platz. Alles ist noch zu, kein Restaurant, kein Bäcker, nichts. Der Platz ist unordentlich, nur das Wetter ist schön. Wir quetschen uns zwischen einen unbewohnten Wohnwagen und ein Womo aus der Schweiz. Trotz der nicht einladenden Optik ist der Platz gut besucht, für uns fällt er durch. Die Stadt Bellingen kassiert für den nicht vorhandenen Service auch noch Kurtaxe. Nun denn, in der Sonne ist es schön und wir essen unsere letzten spanischen Apfelsinen. Am nächsten Morgen ist es kalt und wir fahren mit dem Rad über einen Schleichweg zur Autobahntankstelle, um 10 Liter Diesel zu besorgen. Es geht lustig bergab durch die Weinberge, uns ist es zu riskant bei diesen Steigungen mit so wenig Sprit im Tank zu fahren. Unten in Bad Bellingen gibt es einen Womo Stellplatz, das wäre es gewesen, direkt im Ort, ein Supermarkt in Reichweite. Zu spät. Der Kanister passt nicht in den Rücksack, also muss Angelo ihn mit der Hand tragen. Einige Wege hoch müssen wir eh schieben, zu steil. So kommen wir durchgeschwitzt oben wieder an und wollen gern noch duschen. Doch, wieder bestätigt sich unser Eindruck, die Duschen werden gerade gereinigt. Gute Organisation um 10:30 Uhr die Sanitärgebäude zu putzen, wenn Leute, die gern länger schlafen, sich fertig machen wollen. Also abwarten, bis die Dame fertig ist. Dann, nichts wie weg Richtung Speyer. In 12 km Entfernung gibt es eine große Tankstelle, nun aber den Tank voll gemacht, das wird uns eine Lehre sein. Es ist nicht weit bis nach Kirrlach, in der Nähe von Speyer, wo die Firma Stäbler ansässig ist, die uns am Mittwoch eine Hubstützenanlage unterbauen soll. Aber der Wurm ist immer noch drin, kurz vor dem Ziel ist die Straße für uns gesperrt, nur ‚Anlieferverkehr‘ darf durchfahren. Anliegerverkehr hätten wir noch verstanden, wir suchen einen anderen Weg, es gibt keinen, also Augen zu und durch. Es klappt, wir landen unbehelligt bei Stäbler und melden uns an. Der Meister klärt mit Angelo, was alles aus der Garage raus muss für die Installation und wir bekommen gleich den georderten Leihwagen.

Leihwagen 500 er Fiat

Leihwagen 500 er Fiat

Es ist ein 500er Fiat, darauf freuen wir uns, wollten wir schon immer mal testen. Dann kommt unser Womo gleich in die Halle, sie wollen die Hubstützen schon mal unterbauen, dann geht’s morgen schneller.

Montagestart

Montagestart

Wir rauschen davon um Kaffee zu trinken und ein Stück Kuchen zu knabbern. Erst um 18 Uhr kommt unser Auto wieder aus der Halle, gut, dass sie schon heute begonnen haben. Wir essen lecker Pizza im Nachbarort und müssen am nächsten Morgen früh aufstehen, um die Heckgarage leer zu räumen. Früh fangen die Monteure an, schon fahren sie das Womo in die Halle. Wir gehen derweil auf Tour nach Speyer, frühstücken bei einer bekannten Fastfood Kette, kaufen uns Schuhe in einem Schuhcenter, besichtigen die zahlreichen historischen Gebäude der alten Stadt.

am Rhein in Speyer

am Rhein in Speyer

Es ist mild und in einem Biergarten am Rhein löschen wir unseren Durst mit einer Riesling-Schorle. Hier ist heute schon mächtig Betrieb, alle wollen endlich Frühlingsluft schnuppern. Erst spät wird unser Womo fertig, war wohl doch viel Arbeit. Nun müssen wir alles, was wir morgens ins Womo geräumt haben, wieder in die Heckgarage zurück packen, dann fahren wir los nach Bad Dürkheim, wo wir auf einem Weingut den Donnerstag, der ein Frühlingstag werden soll, verbringen wollen.

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