Mâcon und Ostern in Trier

Irgendwie können wir in diesem Jahr unsere Pläne nicht umsetzen: ein Weingut in Südfrankreich steht auf dem Plan als wir Mataro am Karfreitagmorgen verlassen. Vor der Abreise erstehe ich noch Croissants als Wegzehrung im Laden auf dem C’platz; die werden uns in Erinnerung bleiben, so gut sind sie! Dann fahren wir bei noch schönem Wetter los und verabschieden uns vom blauen Mare Mediterrano. Die Stellplätze auf dem angepeilten Weingut werden im Internet als sehr matschig dargestellt, dazu sind Unwetter mit Windböen und viel Regen angekündigt. Der Wind ist schon da, seitliche Böen rütteln und schütteln unser Womo, keine angenehme Geschichte. So entscheiden wir uns, durchzufahren bis nach Mâcon, 700 Kilometer. Da wir früh los sind, sollten wir gegen 16:30 Uhr ankommen, perfekt. Wie jedes Mal müssen wir durch Lyon fahren, das ist die schlimmste Etappe. Diesmal soll das anders sein, denn noch vor Lyon erwischt uns eine Regenfront, die einfach nicht enden will. Über 50km fahren wir im strömenden Regen mit Blitz und Donner, Sturzbäche von Wasser fallen auf uns herab. LKWs überholen uns, PKWs sind viel zu schnell unterwegs. Wir zockeln langsam auf der rechten Spur und sind lieber vorsichtig. Angelo sagt, der perfekte Dichtigkeitstest! Wenn danach alles trocken ist, ist unser Womo absolut dicht. Ganz langsam lässt der Regen nach und die Durchfahrt durch die große Stadt verläuft auch reibungslos. Durch den starken Regen konnten wir die pink bis rosa blühenden Kirschbaumfelder garnicht richtig genießen, im Grau wirken sie blass. Die Landschaft wird immer grauer, kahler, sieht schon fast aus wie daheim in Westfalen zu dieser Zeit. Wie erwartet erreichen wir Mâcon am späten Nachmittag, die freundliche junge Frau an der Rezeption empfiehlt uns, einen Platz auszusuchen, der nicht unter den Bäumen liegt. Hätten wir eh nicht gemacht! Wir wissen, wo wir hin möchten und der begehrte Platz ist auch frei und sogar recht fest.

 Camping Mácon

Camping Mácon

Am Karsamstag bleiben wir bei schönem Wetter da, genießen das Flusstal der Saône, die blühenden Bäume, die schöne Promenade. Mit dem Rad besuchen wir die Stadt, hübsch und sehr französisch, im Sommer bestimmt ein tolles Ziel. Ein bisschen Bummeln in den nahen Geschäften und schon sitzen wir am Ostersonntag am Lenkrad und fahren gemütlich Richtung Luxemburg. Die Tankstelle an der Grenze verpassen wir, jetzt aber aufpassen, damit wir die zweite packen, denn der Diesel ist günstig hier. Das klappt, wir tanken voll und Angelo bekleckert sich mit Diesel. Von Luxemburg ist es nur ein Katzensprung, aber mit 6% Gefälle, dann sind wir auf dem Stellplatz Treviris in Trier. Wir hatten den Platz voller erwartet, es gibt noch genügend Freiraum. Er füllt sich zum Abend, aber es gibt genug Platz für alle. Wir ‚klaren‘ unser Gefährt auf und schon schlendern wir die Mosel entlang in die tolle Stadt.

Trier an der Mosel

Trier an der Mosel

In der netten Pizzeria, die wir vom letzten Besuch in guter Erinnerung haben, bekommen wir, da wir früh dran sind, ein Tischchen am Fenster und lassen uns den süffigen Moselriesling durch die Kehle rinnen. Dazu eine große Lasagne und zum Nachtisch ein Trio aus kleinen Köstlichkeiten. Wir leben nicht schlecht, aber es ist auch Ostern, da kann man sich mal was gönnen. Der Rückweg wird sehr flott, wir hätten doch im Restaurant nochmal die Örtlichkeiten aufsuchen sollen. Kann man nur raus lernen. Weil es so gut geschmeckt hat, wiederholen wir den Restaurantbesuch am Ostermontag gleich nochmal, der gleiche Wein und eine sauleckere Pizza, die kaum zu schaffen ist. Nu ist auch genug, am Dienstagmorgen nach Ostern brechen wir auf nach Urmitz. Habt ihr noch nie gehört?! Wir auch nicht! Ein Tipp von unserem ehemaligen Segelfreunden Christa und Klaus, die mittlerweile auch Wohnmobilisten sind. Wir haben uns lange nicht gesehen und wollen uns dort treffen. Wir kommen früh an, der Weg ist für uns kurz, 125 km.

Urmitz am Rhein

Urmitz am Rhein

Der Platz ist gut angelegt, direkt am Rhein, ein schöner Weg führt am Strom entlang. Wir reservieren den Platz neben uns für Klaus und gehen mit den Rädern auf Entdeckungstour. Urmitz ist ein verschlafenes Nest, aber es gibt ein richtig riesiges Einkaufszentrum mit vielen Outlets und Geschäften. Dort ist es sehr voll am Dienstag nach Ostern, schließlich sind noch Ferien. Wir radeln durch die Autoschlangen, nicht ungefährlich, aber wir passen gut auf. Zurück auf dem Platz treffen auch schon unsere Freunde ein, wir haben uns viel zu erzählen und es wird ein schöner gemeinsamer Tag. Am nächsten Morgen, nach einem Frühstück mit frischen Brötchen, trennen sich unsere Wege wieder. Wir fahren heim, wo wir unser Womo ausräumen, putzen und auf seinen Hallenstellplatz bringen, die beiden ‚Asphaltcowboys‘ gehen auf Tour Richtung Süden. Unser wunderbarer Wintertörn ist nun endgültig vorüber und wir beziehen unsere ‚Ferienwohnung‘ in der Heimat.

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